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Alte Feuerwache e.V. 1 (3)

Bild der Gebäudefront der alten Feuerwache

Das Stadtteil- und Kulturzentrum »Alte Feuerwache« liegt wie eine Oase in der Bürolandschaft des nördlichen Berlin-Kreuzberg. Programmschwerpunkt des Zentrums ist die Kinder- und Jugendarbeit, die auch mobil im Stadtteil stattfindet. Neben der sozialen und pädagogischen Arbeit betreibt der Trägerverein »Alte Feuerwache e.V.« unter anderem zwei Tagungshäuser und einen Gastronomiebetrieb, zu dem eine Stadtteilkantine und das »Café brennBar« gehören. Alle Arbeitsbereiche sind organisatorisch im Vereinsrahmen integriert.

Entwicklungsgeschichte

Seit seiner Gründung im Jahr 1991 hat die »Alte Feuerwache« die sozialen Entwicklungen im Bezirk durch vielfältige Wandlungs- und Wachstumsprozesse nachvollzogen. Ein interessanter Teil dieses Prozesses spiegelt sich in die Geschichte des »Café brennBar«.

Anstoß zum Aufbau des Cafébetriebs in der »Alten Feuerwache« gab nicht etwa der Wunsch, Eigenmittel für den Verein zu erwirtschaften, sondern vor allem das Bewusstsein, dass ein Stadtteilzentrum ein öffentliches Café als Treffpunkt braucht. Ursprünglich sollten dabei die in den ehemaligen Fahrzeugdepots der Feuerwache gelegenen Café-Räume an einen externen Betreiber verpachtet werden. Nachdem sich die Verpachtung jedoch aufgrund baulicher Eigenheiten als unmöglich erwies, wurde die »brennBar« 1996 im Eigenbetrieb eröffnet. Karin Schwarz, die Geschäftsführerin der »Alten Feuerwache«, warb hierfür erfahrenes Personal aus der Gastronomiebranche an. Zusätzlich wurden im Betrieb mehrere Praktikums- und Ausbildungsstellen für Jugendliche eingerichtet.

Der erste Anlauf der Geschäftsgründung war steinig. Während sich einerseits herausstellte, dass der Betrieb zu personalintensiv geplant war, zeigten sich bei der Belegschaft zudem bald Anzeichen eines »kulturellen Missverständnisses«: Das Stereotyp vom durchfinanzierten gemeinnützigen Träger ohne Marktdruck ließ manche Beschäftigte in der Vorstellung antreten, im Café der »Feuerwache« herrschten geringere Leistungsanforderungen als in der restlichen Gastronomiebranche. Die Kombination dieser beiden Probleme war in der ohnehin schwierigen Anlaufphase nicht eben förderlich für das Geschäft, so dass bald klar wurde, dass einige Veränderungen im Betrieb anstanden, wenn er überleben sollte.

Als ersten Schritt beschloss das Team der »Feuerwache«, die Öffnungszeit des Cafés von 24 auf 18 Uhr zu verkürzen und damit das relativ aufwendige abendliche Kulturprogramm zu streichen. Darüber hinaus wurde das Café mit der Kantine des Tagungshauses zusammengelegt, wodurch sich die Möglichkeit bot, einen Mittagstisch nicht nur für die Seminargäste und rund 50 Mitarbeiter/innen des Hauses, sondern auch für Bewohner/innen des Stadtteils und Beschäftigte der umliegenden Betriebe anzubieten. Die organisatorische Zusammenlegung erlaubte zudem ein gemeinsames Warenlager von Kantine und Café und förderte die Entwicklung kombinierter Angebote (etwa Full Service Catering für Hochzeits- und Geburtstagsfeiern im Café), die heute eine gute Einnahmequelle für den Betrieb darstellen.

Auch im Personalbereich nahm der Verein Änderungen vor. Neben einem verkleinerten hauptamtlichen Personalstamm wird heute – wie in der Gastronomiebranche üblich – verstärkt mit geringfügig Beschäftigten und Studenten gearbeitet. Bei allen Neueinstellungen wird zudem betont, dass es sich bei Café und Kantine um eigenfinanzierte Bereiche handelt, für die marktwirtschaftliche Gesetze gelten. Den eigenen Charakter der Gastronomie im Zentrum sieht Karin Schwarz dabei heute positiv. »Die Küchenchefin hat einen anderen Ton, das ist hier manchmal befremdlich, aber die hat das im Griff – der Laden läuft und die Zahlen sind besser. Gastronomie ist halt ein bisschen anders, da herrscht ein anderer Umgang. Ich höre jetzt mehr auf diese Leute«, erklärt sie.

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