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Übungsleiterpauschale 2 (3)

Eine Verrechnung mit Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben, die mit den steuerfreien Einnahmen in einem unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang stehen, ist nur dann möglich, wenn die Einnahmen aus der Tätigkeit und die damit zusammenhängenden Ausgaben den Freibetrag von 2.100 € übersteigen. Liegt ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis vor, d.h. Arbeitnehmerstatus, ist in jedem Fall der Arbeitnehmer-Pauschbetrag anzusetzen, soweit er nicht bei anderen Arbeitsverhältnissen bereits genutzt wurde. Falls die nachzuweisenden Werbungskosten über dem Pauschbetrag liegen, ist es somit von Vorteil, nicht den Pauschbetrag in Anspruch zu nehmen, sondern die tatsächlichen Werbungskosten zu belegen und umgekehrt.

Laut einem Urteil des BFH vom 30.3.1990 (VI R 188 / 87) ist eine Nebentätigkeit dann gegeben, wenn sie nicht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit eines vergleichbaren Vollzeiterwerbs in Anspruch nimmt und eine Abgrenzung zum Hauptberuf möglich ist. Wenn es Unklarheiten bezüglich des Nebentätigkeitscharakters gibt, ist eine »Anrufungsauskunft« (§ 42e EstG) beim zuständigen Finanzamt möglich.

Laut einem Urteil des Finanzgerichtes Köln vom 22.11.1994 kann eine steuerfreie Aufwandsentschädigung auch dann gezahlt werden, wenn der/die Empfänger/in beim Verein angestellt ist. Voraussetzung hierfür ist die inhaltliche und organisatorische Abgrenzbarkeit von der Hauptbeschäftigung.

Für den Verein ist es wichtig, sich von diesen Beschäftigten schriftlich bestätigen zu lassen, dass sie für die Versteuerung der Vergütung selbst verantwortlich sind, falls sie diesen Freibetrag öfter als einmal (z.B. gleichzeitig bei verschiedenen Vereinen) in Anspruch nehmen sollten. Diese Bestätigung sollte bei den Lohnunterlagen aufbewahrt werden.

Minijob und Übungsleiterpauschale sind kombinierbar

Durch die Kombination von einem Minijob mit der steuerfreien Aufwandsentschädigung für ÜbungsleiterInnen (nach § 3 Nr.26 EStG) in Höhe von bis zu 2.100 € pro Kalenderjahr haben steuerbegünstigte Vereine und GmbHs seit 1.4.2003 einen erweiterten Gestaltungsspielraum, der die Planung des Umfangs der Einsätze von ÜbungsleiterInnen bzw. Betreuern deutlich vereinfacht.

F ür die Praxis heißt das: Es kann monatlich ein Betrag von insgesamt 575 € (400 € Minijob + 175 € Übungsleiterpauschale) vom Träger für die gleiche Tätigkeit ausgeschöpft werden. Einnahmen z.B. aus einer nebenberuflichen Tätigkeit als Übungsleiter, Ausbilder, Betreuer oder vergleichbaren nebenberuflichen Tätigkeiten bis zur Höhe von insgesamt 2.100 € pro Kalenderjahr sind steuerfrei. Der steuerfreie Jahresbetrag kann in Raten (monatlich mit 175 €) oder en bloc (jeweils zum Jahresbeginn bzw. zu Beginn der Beschäftigung) berechnet werden.

beispiel

Hilde Huber betreut zwei Mal in der Woche und am Wochenende eine Jugendgruppe bei einem Verein der Jugendhilfe. Vom Verein erhält sie für diese Übungsleitertätigkeit monatlich 550 Euro. 175 Euro davon werden monatlich als steuerfreie Aufwandsentschädigung für Übungsleiter abgerechnet, 375 Euro werden als Minijob abgerechnet. Der Verein hat als Arbeitgeber nur von den 375 Euro Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung von insgesamt 23 % sowie die einheitliche Pauschsteuer von 2 % zu zahlen. Dabei ist zu beachten, dass, falls die Pflicht zur Zahlung von Weihnachtsgeld bestünde, die Geringfügigkeitsgrenzen überschritte wären, auch wenn Frau Huber darauf freiwillig verzichten würde. Denn: Für die Sozialversicherungspflicht gilt seit 1982 das vom Bundessozialgericht bestätigte Entstehungsprinzip, das heißt, nicht der Zahlungsfluss ist maßgeblich, sondern der rechtliche Anspruch.

Geringverdienergrenze für Auszubildende

Der Arbeitgeber hat den vollen Sozialversicherungsbetrag bei Auszubildenden zu tragen, die bis zu 325,– € monatlich vergütet bekommen.

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Kommentare
Kira, 24.06.10 - 17:31
Danke für die hilfreichen Informationen(Übunsleiterpauschale 2(3))! Mich würde jetzt noch interessieren, wie die Situation wäre, wenn der Minijob in einem Privathaushalt wäre, und der Job über die Übungsleiterpauschale jedoch in einem Verein ausgeübt werden würde. Würden dann die gleichen Regeln gelten?

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