Zukunft ist nur gemeinsam machbar. Bürgerbeteiligung in der Lokalen Agenda 21
Gerade in heutiger Zeit ist bürgerschaftliches Engagement für Kommunen eine überaus wichtige Grundlage, um Angebote, Dienstleistungen und Aktivitäten zu entfalten, die sie aus eigener Kraft nicht mehr erbringen können. Hier helfen insbesondere lokale Agenda-21-Prozesse, die Kommunikation und Kooperation zu verbessern und das gemeinsame Eintreten für eine zukunftsfähige Entwicklung zielgerichtet und umsetzungsstark zu fördern.
Bürgerinnen und Bürger sind MitgestalterInnen und ExpertInnen des örtlichen Gemeinwesens, das belegen viele gute kommunale Projekte. Das bedeutet: Was auf lokaler und regionaler Ebene nicht an gemeinsamer – demokratischer – Mitgestaltung erlernt und erlebt wird, kann auf Landes- und Bundesebene politisch nicht eingefordert werden. Deshalb ist die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in die politische Meinungsbildung und politische Entscheidung ebenso notwendig wie erforderlich wie ihre Mitwirkung an der Umsetzung gemeinsam beschlossener Maßnahmen und Projekte. Erst dadurch kann sich Gemeinsamkeit und Gemeinschaft entwickeln! Dass dies in vielfältigen Formen geschehen kann, zeigen folgende Beispiele:
Wenn Bewohner und Bewohnerinnen in Chemnitz-Hutholz gefragt werden »Wo drückt der Hut? Wo sitzt er gut?« und eigene Anregungen für gangbare Wege zur Verbesserung des Wohnumfelds aufzeigen, wenn Menschen in sozialen Brennpunkten wie St. Georg in Hamburg zum Engagement ermutigt werden, wenn Schülerinnen und Schüler, wie in Hanau, sich spielerisch in unser demokratisches System hineinversetzen, wenn Kinder und Jugendliche in Köln auch an die Reihe kommen und unter dem Motto »Jetzt DU!« ihre Kompetenzen präsentieren und eigene Pläne schmieden – dann sind dies viele Rucke vielerorts, die gemeinsam deutlich zeigen, dass die Vielzahl von Möglichkeiten zur Beteiligung vor Ort das Engagement fördern und die Identifikation der BürgerInnen mit ihrer Kommune erhöhen. Gleiches gilt, wenn BürgerInnen in Dresden die Politik beraten zu Themen wie zum Beispiel Gen-Diagnostik, wenn bei den seit 30 Jahren festgefahrenen Planungen in Münchehagen plötzlich durch Vermittlungsarbeit ein für alle tragfähiger Konsens entsteht oder wenn in einem Rostocker Stadtteil gemeinsam die Probleme der Abwanderung besprochen werden und danach konkrete Projekte wie ein Begegnungszentrum entstehen.
Unsere Gemeinschaft braucht diese Innovationen, diese Kreativität ihrer Mitglieder, umsich Chancen für die Zukunft zu eröffnen und Gestaltungsspielräume für notwendige Fortschritte zu schaffen. Gerade deswegen sind lokale Agenda-21-Prozesse sinnvoll und gehören tatkräftig unterstützt – und gerade deswegen brauchen wir vielfältige Methoden der Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern, um bedarfs- und situationsgerecht Gemeinsamkeit herzustellen und Gemeinschaft zu entwickeln.
Albrecht Hoffmann



