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Zukunftskonferenz (Future Search Conference) 2 (3)

Einsatzmöglichkeiten der Zukunftskonferenz

Die Zukunftskonferenz wird typischerweise dann eingesetzt, wenn eine Organisation oder eine Gemeinde eine Neuorientierung bzw. einen Aufbruch plant, an dem möglichst alle wichtigen Bereiche, Strömungen, Interessengruppen mitwirken sollen. Sie steht also in der Regel am Anfang eines Prozesses.

Zukunftskonferenzen können zur Zukunft einer Organisation (Unternehmen, Schule, Krankenhaus, Verein...), zur Zukunft einer Stadt oder eines Stadtteiles oder eines bestimmten Themas wie »Zukunft der Jugendarbeit« durchgeführt werden. Wichtig ist jedoch immer, dass der Auftraggeber offen ist für die Anregungen und Wünsche der Teilnehmer und will, dass hinterher auch möglichst viel erfolgreich umgesetzt wird. Diese Umsetzung sollte vom Auftraggeber auch angemessen unterstützt werden.

Erfolgsvoraussetzungen

Im Kern lassen sich folgende Voraussetzungen als erfolgsentscheidend benennen:

  1. Die Auftraggeber/Führungsspitze müssen offen sein für die Beiträge der Teilnehmer und selbstverständlich an der Konferenz teilnehmen.

  2. Die Konferenz sollte Teil eines klar definierten Gesamtkonzeptes sein, das auch die notwendige Unterstützung seitens der »Führung« hat, einschließlich der Ausstattung mit angemessenen Ressourcen (Personal, Know-how, Arbeitsmittel, Kontakte, Geld) für den Nachfolgeprozess.

  3. Die Konferenz muss sorgfältig vorbereitet sein, insbesondere die Gewinnung der gewünschten Teilnehmer ist mit Klarheit, Wertschätzung und Engagement zu betreiben. Zur Vorbereitung gehört gerade bei Zukunftskonferenzen in Städten und Regionen unbedingt eine qualifizierte und ehrliche Medienarbeit.

  4. Die Auswahl der Teilnehmer sollte mit großer Sorgfalt, gerade hinsichtlich Repräsentativität (Alter, Geschlecht, Kultur, möglichst vielfältige Berufs- und Lebensbereiche, Menschen mit »Macht und Einfluss« und »normale«) erfolgen.

  5. Die Moderatoren für eine »klassische« Zukunftskonferenz sollten zumindest eine qualifizierte Ausbildung für diesen Werkstatt-Typ nachweisen können.

Grenzen der Anwendung – thematisch und teilnehmerseitig

Obwohl Zukunftskonferenzen durchaus auch zu sehr konfliktreichen Themen erfolgreich durchgeführt werden können, sind sie kein geeignetes Mittel um fundamentale Meinungsunterschiede aufzuheben. In diesem Sinne kann sie auch nicht eingesetzt werden, wenn es um eine reine Ja/ Nein-Entscheidung geht (Autobahn/Umgehungsstraße, Schlossplatz bebauen oder nicht) oder ein ganz bestimmtes Ergebnis herauskommen soll.

Sofern zur Bewältigung der Aufgabe und mit Blick auf die Umsetzung weniger als 30 Personen ausreichend erscheinen, sollte unter Umständen eher die Zukunftswerkstatt oder die kleine Schwester der Zukunftskonferenz, die »search conference« (Fred Emery), gewählt werden.

Auf den Einsatz einer Zukunftskonferenz sollte auch verzichtet werden, wenn die Auftraggeberseite nicht will, dass sich zur Umsetzung der Maßnahmen auf freiwilliger Basis und interessengeleitet Aktionsgruppen bilden. Der beachtliche Erfolg der Zukunftskonferenz als Methode basiert ganz maßgeblich auf der Kraft von Aktionsgruppen, die auf Grund eines gemeinsam erkannten Anliegens eigeninitiativ und selbstverantwortlich handeln wollen und können. Das bedeutet nicht, dass die Initiativgruppen nicht durch weitere Personen oder spezielle Fachkompetenz ergänzt werden können und sollten.

Arbeitsphasen der Zukunftskonferenz in der graphischen Übersicht

Teilnehmerseitig gibt es nach unserer Beobachtung kaum Grenzen mit Ausnahme einer unteren Altersgrenze und der Möglichkeit, die Sprache im Großen und Ganzen zu verstehen und zu sprechen. Sofern  Menschen anwesend sind, die gute Übersetzungshilfe leisten können, ist aber auch die Sprache keine unüberwindbare Hürde. In den von uns durchgeführten Zukunftskonferenzen waren Menschen unterschiedlicher Kulturen und Nationalitäten dabei. Der jüngste Teilnehmer war zwölf Jahre alt, der älteste über 80. Beide waren über die ganze Zeit aktiv bei der Sache. Als Altersuntergrenze sehen wir in etwa 14 Jahre an.

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