Kompetenzwerkstatt 2 (3)
Kennen lernen und Abfrage von Kompetenzen und Erfahrungen
Nach einem spielerischen Einstieg wird jedes Kind oder jeder Jugendliche mit dem kompletten Namen und Alter in einer an einer Stellwand visualisierten Kennenlernmatrix erfasst. Anschließend geben die Moderatoren/innen die Regeln des Umgangs miteinander bekannt und formulieren die Ziele der Kompetenzgruppe. Im Rahmen einer Gruppenarbeit werden im Anschluss daran themenbezogen die Kompetenzen und Erfahrungen der Teilnehmer/innen unter folgenden Fragestellungen abgefragt:
- »Was machst du (in dem jeweiligen Kompetenzbereich)?«
- »Wo machst du das?«
- »Was gefällt dir daran?«
- »Was möchtest du gern mehr darüber wissen?«
Die Kinder und Jugendlichen beschriften dazu Moderationskarten und kleben diese auf ein auf dem Boden liegendes Moderationspapier. Die Moderatoren/innen und gegebenenfalls auch die Kompetenzrepräsentanten und Ressourcen unterstützen und motivieren die Teilnehmer/innen dabei.
Mitmachaktion
Mit Ende der Gruppenarbeit übergeben die Moderatoren/innen an den/die Kompetenzrepräsentanten/in und eröffnen damit die Mitmachaktion. Ziel dieses Praxisteils ist es, den Kindern und Jugendlichen die Thematik des jeweiligen Kompetenzfeldes über praktische Übungen näher zu bringen und ihnen die Fähigkeiten des Kompetenzbereichs bewusst und erfahrbar zu machen. Die Anleitung und Durchführung der Mitmachaktion ist Aufgabe der Kompetenzrepräsentanten/innen.
Individuelle Maßnahmeplanung und Abschluss
Zum Abschluss der Kompetenzgruppe folgt die individuelle Maßnahmeplanung. Dazu fragen die Moderatoren/innen - moderationsgestützt - jedes einzelne Kind/jeden einzelnen Jugendlichen nach seinen Bedürfnissen und Wünschen, wie sie sich weiter mit den Kompetenzen beschäftigen wollen. Die Antworten und Äußerungen werden in eine noch offen gelassene Spalte in der Kennenlernmatrix notiert. Leitfragen für die Maßnahmenplanung können sein:
- »Was möchtest du jetzt gerne weiter machen?«
- »Wo möchtest du das machen?«
- »Was willst du noch lernen?«
- »Wer ist verantwortlich (für die Realisierung)?«
Bei der vierten Frage kommen die Akteure, Institutionen und Einrichtungen des Sozialraums und aus dem örtlichen Umfeld ins Spiel. Auf der Grundlage der Absprachen mit den Kindern und Jugendlichen werden mit den Ressourcen die erforderlichen Angebote, Leistungen und Produkte vereinbart. Es wird geklärt, wie die individuelle Entwicklung der Kompetenzen für die konkret benennbaren Kinder und Jugendlichen umzusetzen ist und welche Ergebnisse innerhalb eines definierten Zeitraumes erwartet werden.
Es empfiehlt sich, die Kompetenzgruppenarbeit in ein die jungen Menschen aktivierendes Rahmenprogramm einzubetten. So können z.B. auf einem vorausgehenden »Markt der Möglichkeiten« die angebotenen Kompetenzfelder vorgestellt werden und im Anschluss an die Kompetenzgruppen kann eine Abschlusspräsentation durchgeführt werden.
Die Moderatoren/innen sollten darauf achten, die Teilnehmer/innen mit komplettem Namen zu erfassen und deren Adressen vorliegen zu haben. Nur so können sie anschließend wieder persönlich angesprochen und eingeladen werden, wenn es konkrete Umsetzungsangebote gibt.
Anschlussprozess
Die Sicherung von Maßnahmen, mit denen die Ergebnisse der Kompetenzgruppen umgesetzt werden, kann z.B. im Rahmen einer Veranstaltung stattfinden, an der alle Akteure des Sozialraums teilnehmen – z.B. eine Sozialraumkonferenz. Dabei ist abzustimmen, welche Leistungen und Produkte aus den vorhandenen lokalen Ressourcen abgedeckt werden können und wofür evtl. Mittel (des Sozialraumbudgets) zusätzlich bereitgestellt werden müssen.
Für das Kontraktmanagement empfiehlt es sich, eine koordinierende Stelle einzurichten; ein geeigneter Koordinator kann auch die Jugendhilfeplanung sein. Denn mit den Trägern müssen Vereinbarungen getroffen werden, die eine Verbindlichkeit und die Realisierung sicherstellen. Mit jedem Leistungsanbieter ist dazu ein Kontrakt zu schließen, der präzise quantitative und qualitative Ziele definiert sowie den zeitlichen Rahmen festlegt. Jeder Leistungsanbieter übernimmt Verantwortung dafür, dass eine bestimmte Zahl von Kindern oder Jugendlichen, die an der Kompetenzwerkstatt teilgenommen haben, gezielte Angebote zur Entwicklung ihrer Fähigkeiten bekommen. Die Vereinbarungen müssen überprüfbar sein und die Ergebnisse müssen dokumentiert werden. Die Zielerreichung der getroffenen Kontrakte wird während und nach Abschluss zeitlich definierter Maßnahmenphasen durch ein Lenkungsgremium und durch die Sozialraumkonferenz evaluiert.



