Das Planspiel und das Handlungsspiel oder: Wie gesellschaftliches Lernen zur Lust wird… 2 (3)
Für die Spielleitung können Außenstehende gewonnen werden. Das ist allerdings nicht Bedingung. Jedenfalls sollte sie aus mindestens drei Personen bestehen und über einen Kopierapparat verfügen. Die Spielleitung hat im Wesentlichen drei Aufgaben:
- Sie verfolgt den Verlauf des Spiels und dokumentiert ihn.
- Sie achtet darauf, dass die Mitspielenden die Spielregeln einhalten.
- Sie beeinflusst das Spiel über gezielte Informationen, wenn es ihr notwendig erscheint.
Diese dritte Aufgabe gibt der Spielleitung die Möglichkeit, in irgendwelche Rollen zu schlüpfen (Beispiel: Die Kreisverwaltung schreibt dem Gemeinderat, ein Vermächtnis eines ausgewanderten Ortsbewohners an die Gemeinde wird bekannt, die Lokalzeitung recherchiert über den Konkurs eines Skiliftbetreibers im Nachbarort). Keinesfalls aber beteiligt sich die Spielleitung selbst am Spiel.
Beispiel der Spielauswertung
Nach gut vier Stunden bricht die Spielleitung das Spiel ab. Die Oppositionsgruppen haben sich derart zerstritten, dass sie mehr mit sich selber als mit dem Skiliftprojekt zu tun haben. Es gibt nun eine Pause. Danach treffen sich alle Spielerinnen und Spieler zur Auswertung. Die Spielleitung zeigt nochmals den Ablauf des Spiels. Danach wird darüber diskutiert. Und schließlich werden »die Lehren daraus gezogen«: In unserem Fall: Wie kam es zum Zerwürfnis? Was kann getan werden, damit es nicht so weit kommt?
Die Spielauswertung ist der wichtigste Teil des Spiels. Sie hat drei Teile:
- Wie haben wir uns während des Spiels gefühlt? Was ist eigentlich passiert? Konnten wir so Einfluss nehmen, wie wir es gerne gehabt hätten? Wie haben wir die anderen Interessengruppen empfunden? usw. Dieser Teil sollte zeitlich nahe am Spielgeschehen sein und in den Spielgruppen stattfinden.
- Was ist eigentlich während des Spiels geschehen? Die Spielleitung erläutert den Ablauf des Spiels, die verschiedenen Interventionen und die ihrer Meinung nach wichtigen Ereignisse. Für viele Mitspielende werden bestimmte Abläufe erst jetzt verständlich.
- Was müssen wir in der Realität beachten, wenn wir unser Ziel erreichen wollen? Dies kann im Plenum oder auch zuerst in Kleingruppen diskutiert werden. Dieser dritte Teil kann auch tags darauf besprochen werden.
Zum Schluss noch ein heißer Tipp. Machen Sie im Zweifelsfall ein Planspiel. Es ist in jedem Fall unterhaltsam und es vermittelt immer kräftige Gefühle, von Frust über Ärger und Wut bis zu Freude und Ausgelassenheit. Es ist deshalb sinnvoll, im Anschluss an ein Planspiel ein kleines Fest zu veranstalten, damit diese Gefühle in ein großes Ganzes einfließen können.



