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Demokratiewerkstatt 1 (2)

Visuelles Protokoll (Copyright Reinhard Kuchenmüller): Ein Mensch spricht von einer Kanzel herunter zu einer Menge

Demokratiewerkstätten: Keimzelle der Jungen Bürgergesellschaft

Das Konzept der Demokratiewerkstatt (DW),  entwickelt vom Büdinger Kreis (BK), ist ein von Jugendlichen getragenes und ausgestaltetes Bildungsarrangement. Die Jugendlichen schlüpfen dabei – initiiert und betreut durch einen Träger außerschulischer politischer Bildung – in die Rolle politischer Bildner, gestalten Bildungsangebote für ihr eigenes Umfeld, setzen sich so mit Politik auseinander und engagieren sich für die Demokratie. Die Bildungsaktivitäten bestehen aus einem ganzen Set von Aktionen, die die Jugendlichen selbst bestimmen und organisieren. Es handelt sich also um einen reinen Bildungsprozess, nicht um eine Interessenvertretung.

Ausgangslage, Anspruchsgruppen und Ziele der Demokratiewerkstatt

Den Rahmen zur Gestaltung einer DW können z.B. Schulen bieten. Die Erfahrungen des BK und das Studium der Literatur zeigen, dass diese aufgeschlossen und sogar auf der Suche nach Methoden, Hilfestellungen und Kontakten von »außen« sind, um ihren pädagogischen Auftrag zu unterstützen. Besonders in der oft von Jugendlichen als trocken empfundenen und wenig aktivierenden politischen und ökonomischen Bildung sind attraktive Formen zur Ergänzung des Unterrichts nachgefragt und notwendig. Schulleitungen sind daran interessiert, interessante Gesprächspartner und Methoden in ihre Schule zu bekommen, um so auch die Profilbildung und Öffentlichkeitsarbeit zu gestalten. Schulöffnung, Schulprogrammentwicklung, Ausbau der Nachmittagsbetreuung sowie die Förderung lebenslangen und selbstgesteuerten Lernens machen all diese Beobachtungen noch evidenter.

Neben diesem ersten Metaziel soll das Konzept der DW Ernst machen mit den sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen und der »schwierigen Rolle der Jugend im Parteienstaat«, die sich vom traditionellen Engagement nicht mehr angezogen, von den politischen Institutionen und deren Ritualen gar abgestoßen fühlt. Deshalb sind die Jugendlichen die wichtigste Anspruchsgruppe des DW-Konzepts. Die Methodik berücksichtigt dabei, was Jugendliche wollen: Projektorientierung, Selbstorganisation, Spaß, Ungezwungenheit und die Möglichkeit, Ergebnisse des eigenen Handelns zu erfahren. Das besondere pädagogische Konzept liegt darin, die Erwartungen der Jugendlichen stärker zu berücksichtigen, sie ernst zu nehmen, ihnen aber auch die Notwendigkeit, den Umgang und den Nutzen von Institutionen und langfristigem Engagement aufzuzeigen. Hier kommt dem politischen Bildner eine Vermittlerrolle zwischen zwei Welten zu, den Jugendlichen auf der einen und der institutionell verfassten Demokratie auf der anderen Seite.

Arbeit am Konzenpt

Neben der Schule und den Jugendlichen stellen die dritte Anspruchsgruppe all diejenigen, die auf das Engagement der Jugendlichen und den Dialog mit ihnen angewiesen sind: Politik und Bürgergesellschaft. Sie miteinander ins Gespräch zu bringen und Brücken zu bauen, ist das dritte Ziel des DW-Konzepts. Insgesamt entsteht so ein Netzwerk für Demokratie und Bürgergesellschaft, das als Ansprechpartner für politische Bildungsarbeit und als vorpolitischer Raum dient. Es entsteht politisches Engagement und es vollzieht sich eine Anbindung der Bürger an die Demokratie. Die Langzeitevaluation der bestehenden DWen des BK zeigt, dass sich neben der klassischen Engagementelite überwiegend solche Jugendliche zur Gestaltung einer DW finden, die sich eigentlich nicht vorstellen konnten, sich jemals politisch zu engagieren. Nachdem einer DW entwachsen, engagiert sich aber ein signifikanter Teil dieser Jugendlichen in Parteien, anderen politischen Organisationen oder im Bereich der politischen Bildung weiter.

Was genau ist eine Demokratiewerkstatt?

Eine »Partei« stellt sich vor

In einer selbstorganisierten, aber vom politischen Bildner durch einen Stimulus wie einem Rollenspiel, einem Lernortseminar oder einem Schülergespräch mit Politikern initiierten und begleiteten Schul-AG finden sich interessierte Jugendliche zusammen, um außerhalb des Unterrichts, in ihrer Freizeit oder eingebunden in die Nachmittagsbetreuung, attraktive Angebote politischer Bildung für ihre Schule zu organisieren, die dann i.d.R. wieder in den Unterricht integriert werden. Diese Bildungsangebote stehen nicht in Konkurrenz zum Unterricht. Im Gegenteil, sie ergänzen ihn und greifen dabei auf außerschulische Kooperationspartner und Bildungsformate zurück. Die Jugendlichen, die eine Demokratiewerkstatt gestalten, organisieren dann erneut o.g. Aktionen oder gestalten oder besorgen Ausstellungen, bieten Studienfahrten und Lernortseminare an, organisieren Projekttage und Schulmessen oder laden Fachreferenten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung in den Unterricht ein. Es bleibt aber nicht nur bei der reinen Umsetzung von Bildungsaktivitäten und der Rezeption von Vorschlägen des betreuenden Lehrers oder Bildungsträgers. Die Schüler entwickeln eigene didaktische Mittel und Projekte, wie Unterrichts­informationen zu Wahlen oder anderen Ereignissen/Themen sowie Internetpräsentationen oder konzipieren eigene Planspiele.

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