Moderationsmethode 2 (2)
Anwendung
Die Moderationsmethode soll in effizienter Form eine komplexe Fragestellung der Problemlösung zuführen. Dem Moderator muss es gelingen, durch professionelles Handeln möglichst viel konstruktives Wissen aus der Gruppe entstehen zu lassen. Neben einer fachlichen Aufarbeitung strebt die Methode auch eine verbindliche Aufgabenübernahme in einem sogenannten Aktionsplan an, in dem festgehalten wird, welche Ergebnisse und Konsequenzen die Moderationssitzung haben soll.
Organisation
Da die Methode von der Visualisierung lebt, ist ein begrenzender Faktor die Kartenzahl. Eine zu große Anzahl gesammelter Karten führt zu Unübersichtlichkeit und langen »Kartenphasen« . Insofern sind überschaubare Gruppen zwischen 10 und 25 Teilnehmern ideale Gruppengrößen. Um den gleichwertigen Rang zwischen Teilnehmenden und Moderator anzuzeigen und um einen leichten Zugang zu den Pinnwänden zu haben, setzt sich eine Moderationsgruppe in einen geöffneten Kreis vor die Pinnwände. Tische vor den Teilnehmenden und »Nackenblick« sind unerwünscht, weil sie als Barrieren der gemeinsamen Kommunikation wirken. Neben der Pinnwand steht ein »Moderationskoffer« , der Karten in rechteckiger Form und in anderen Formen (für Überschriften), hinreichend dicke Filzstifte und Nadeln oder Klebestreifen zum Anheften der Karten enthält. Professionelles Gerät von Markenfirmen ist für kleine Einrichtungen teuer. Wer seine Karten aus farbigem DIN A-4-Karton selber schneidet, kann Kosten sparen. Um geclusterte Kartenbereiche visuell besser mit farbigen Filzumrandungen markieren und um Kartenergebnisse unabhängig von einer Pinnwand transportieren zu können, empfiehlt es sich, auf eine Pinnwand einen Packpapierbogen zu heften, auf den die Karten am Ende angeklebt werden.
Der Moderator muss bezüglich der Fachfrage kein Spezialist sein, sollte aber über fachliches Hintergrundwissen verfügen, damit er weiß, wovon gesprochen wird und damit er in der Lage ist, Interaktions-weckende Fragen zu formulieren. Er sollte eine Moderationsausbildung haben, oder zumindest mit den unterschiedlichen Methoden vertraut sein. Für einen gedeihlichen Verlauf ist es wichtig, dass die Gruppe den Moderator auch menschlich-atmosphärisch akzeptiert.
Am Gelingen einer guten Moderation sind der Moderator und die »Moderierten« gleichermaßen beteiligt. In Gruppen, die sehr dominierende Mitglieder haben, kann die Moderationsmethode sehr nützlich sein, weil sie ein demokratisierendes Element enthält, das zu mehr Wissenspartizipation führt. Eine große Stärke der Technik besteht darin, dass die Methode Akzeptanz zur gemeinsam erarbeiteten Problemlösung erzeugt. Sehr nützlich ist der Dokumentationscharakter der Methode, das heißt, alles »Gesagte« ist letztlich auch geschrieben. Geeignet ist sie besonders bei der Sammlung und Bewertung von Fragestellungen und der Suche nach Problemlösungen. Über die Statements entstehen wesentlich »Spiegelstrichlisten« , also additive Punkte, die linear aneinander gereiht sind. Komplexe Vernetzungen, Korrelationen, Interaktionen, Feindifferenzierungen, Sowohl-als-auch-Lagen werden weniger gut erfasst, obwohl das über Pfeile und Kommentierungen ansatzweise möglich ist.
Neuland, Michele: Neuland-Moderation, Managerseminare Verlag 2003
Seifert, Josef W.: Visualisieren, präsentieren, moderieren, Gabal Verlag 2003
Dr. Heino Apel
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