Allgemeines
»Gender« bezeichnet im englischen Sprachgebrauch das soziale Geschlecht, d.h. die kulturelle und soziale Rolle als Mann und als Frau. Gender wird unterschieden von »sex«, dem biologischen Geschlecht. Im deutschen Sprachgebrauch ist diese Unterscheidung unbekannt, mit dem Konzept des Gender Mainstraming wird dieser Begriff aber bekannter.
Für Organisationen und Politik bedeutet Gender Mainstreaming, geschlechtsspezifische Belange in allen Entscheidungsprozessen zu berücksichtigen. Ziel dieses Ansatzes ist die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Geschlechterdemokratie. Grundlage des Gender Mainstreaming ist eine konsequente Perspektive auf das Geschlechterverhältnis, das Verhältnis von Frauen und Männern in ihrer sozialen und kulturellen Rolle (Gender).
»›Mainstreaming‹ bedeutet, ein Thema alltäglich und selbstverständlich zu machen, also in den Hauptstrom (›mainstream‹) von Prozessen und Hauptaktivitäten zu integrieren. Mit Gender Mainstreaming soll also die Gleichstellung von Frauen und von Männern in allen Bereichen und auf allen Ebenen zu einem Querschnittsthema werden.«
(Definition aus der Website des GenderKompetenzZentrums)
Auch nach Jahren des Einsatzes für eigene Rechte durch die Frauenbewegung, nach Experimenten und auch Verbesserungen durch politische Ansätze wie Frauenförderung und Gleichstellungsbeauftragte gibt es im Geschlechterverhältnis noch weitreichende Strukturen von ungleichen Chancen: das betrifft z.B. die unterschiedlichen Partizipationschancen in der Politik, die Verteilung von Arbeit, die Bewertung von Lebensentwürfen.Im Prinzip des Gender Mainstreaming steht aber nicht der Blick auf eingschränkte Chancen von Frauen im Vordergrund sondern die grundlegende Erkenntnis, dass die Lebensverhältnisse, auf die sich politische Entscheidungen beziehen, immer etwas mit dem Geschlechterverhältnis zu tun haben.
In diesem Sinne ist Gender Mainstreaming etwas anderes und mehr als die bisherigen Ansätze zur Frauenförderungspolitik und ergänzt die Frauenförderpolitik, die das Ziel der Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frauen in verschiedene Politikfelder und politische Entscheidung hereinführt. Im Prinzip des Gender Mainstreaming steht die grundlgende gesellschaftliche Veränderung für Frauen und Männer im Blickpunkt. Wesentlich für diese Zielrichtung ist die Annahme, dass Rahmenbedingungen wie auch kulturelle und soziale Rollen veränderbar und gestaltbar sind.
Unter dem Titel »Wie Gender in den Mainstream kommt« findet sich eine Einführung in das Thema in der digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Einen Überblick über zentrale Aspekte des Gender Mainstreaming bietet das »Wissensnetz« auf der Website Gender Mainstreaming der Bundesregierung.

Das gender-institut sachsen-anhalt bietet eine Literaturdatenbank rund um das Thema Gender Mainstreaming.



