02. März 2016

Studie: Öffentliche Räume in Innenstädten mit Partizipation beleben

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Unternehmen und Engagement

© emoj / photocase.de

Sowohl die Innenstadt als auch der öffentliche Raum sind zentrale Handlungsfelder der Stadtentwicklung. Eine vom Bundesinstitut für Bau- Stadt- und Raumforschung (BBSR) in Auftrag gegebene Studie zeigt jetzt: Um die öffentlichen Räume in ihren Innenstädten zu beleben, müssen Kommunen insbesondere Partizipation und Mitwirkung groß schreiben.

Wie kann es gelingen, öffentliche Räume in Innenstädten zu beleben? Diese Frage stand im Mittelpunkt der vorliegenden Untersuchung. Ein besonderer Fokus der beteiligten Wissenschaftler/innen lag dabei auf der Analyse von zwölf ausgewählten Klein- und Mittelstädten. Von Oktober 2013 bis Februar 2015 wurden Fallstudien in Baunatal, Eberswalde, Esslingen, Finsterwalde, Hanau, Hildburghausen, Holzminden, Lohmar, Passau, Penzberg, Schwetzingen und Sonneberg erarbeitet.

Mit der Untersuchung sollten praxisnahe Erkenntnisse über Planung, Gestaltung und Bau sowie das Management und die Nutzung öffentlicher Räume gewonnen werden. Hierzu wurden neben den Strategien und Instrumenten der Kommunen insbesondere die Akteurskonstellationen und die unterschiedlichen Formen der Zusammenarbeit zwischen Stadt, Wirtschaftsakteuren und Stadtgesellschaft untersucht.

Die Studie zeigt: In den Klein- und Mittelstädten wird der öffentliche Raum als ein zentraler Ort des öffentlichen Lebens begriffen, der konstitutiv für die Innenstadt und das Innenstadtleben ist. Eine stärkere Belebung der innerstädtischen öffentlichen Räume ist dabei ein erklärtes Ziel der untersuchten Kommunen. Allerdings gab es in fast allen untersuchten Städten so gut wie keine öffentliche Debatte über die gewünschte Art und die Intensität der Nutzung des öffentlichen Raums; auch die Beteiligung von Gewerbetreibenden, Grundeigentümern, Initiativen oder Einzelpersonen erfolgte nur punktuell oder projektbezogen.

Auf Grundlage der Erkenntnisse haben die beteiligten Forscher/innen Handlungsempfehlungen für die kommunale Praxis in Klein- und Mittelstädten ausgearbeitet. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Einbindung und Kooperation unterschiedlicher Akteursgruppen sowie innovativen Ansätzen hinsichtlich Gestaltung und Nutzung, Kooperation und Kommunikation.

Demnach ist es nach Ansicht der Wissenschaftler/innen beispielsweise geboten, vor Ort die Kooperation mit lokalen Akteursgruppen durch frühzeitige Bürgerbeteiligung zu stärken. Dadurch bestehe die Chance, »attraktive und belebte öffentliche Räume« zu schaffen. Zudem sollten Kommunen Initiativen aus der Stadtgesellschaft fördern, um »Aktivitäten der Begegnung, der konsumfreien Nutzung und der Offenheit für alle« zu unterstützen.

Daneben empfehlen die Autor/innen der Studie, in der Planungs- und Nutzungsphase besser mit lokalen Wirtschaftsakteuren zu kooperieren. Diese hätten »häufig ein Eigeninteresse an attraktiven innerstädtischen öffentlichen Räumen« und wären »oftmals bereit, sich auch finanziell zu engagieren«.

Die vollständige Studie kann kostenfrei beim BBSR bestellt werden. Sie steht auch online zur Ansicht bereit (PDF, 4MB). 

Tipp: Kommunen sind für die Bürger/innen der zentrale Ort für politische Teilhabe. Wir stellen hier auf diesem Portal die wichtigsten Beteiligungsformen und Mitwirkungsrechte vor.