02. Februar 2016

Neues Bundesprogramm fördert Engagement für Flüchtlinge

Das neue Bundesprogramm »Menschen stärken Menschen« fördert Patenschaften zwischen geflüchteten und hier lebenden Menschen. Für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sollen über die Patenschaften hinaus Gastfamilien und Vormundschaften gewonnen werden. Ein weiteres Anliegen des Programms ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für das freiwillige Engagement mit Geflüchteten, um die oft spontane Hilfsbereitschaft in ein möglichst dauerhaftes Engagement zu übertragen. Insgesamt stehen für das Programm Mittel in Höhe von 10 Mio. Euro zur Verfügung.

»Mit 'Menschen stärken Menschen' wollen wir die zu uns geflüchteten Familien, Frauen, Männer und Kinder dabei unterstützen, in unserer Gesellschaft anzukommen und sich hier eine neue Zukunft aufzubauen. Mit diesem Patenschaftsprogramm schaffen wir die Basis für viele dauerhafte persönliche Begegnungen. Davon profitieren nicht nur die geflüchteten Menschen, sondern auch die Patinnen und Paten und damit unsere gesamte Gesellschaft«, sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig bei der Vorstellung des Programms am 19.01.2016 in Berlin. Rund 25.000 neue Patenschafts-Tandems sollen 2016 initiiert werden.

Durch das neue Programm werden überwiegend Programmträger gefördert, die die Engagement-Infrastruktur auf lokaler Ebene durch finanzielle Mittel oder Expertise unterstützen. Programmträger sind unter anderem die freien Wohlfahrtsverbände, muslimische Verbände, Migrantenorganisationen, der Stiftungssektor und Freiwilligenagenturen. Zudem sieht das Programm den Aufbau eines systematischen Wissenstransfers vor, um Erfahrungen aus dem Bereich Patenschafts- und Mentoringprogrammen zu nutzen und auch weiter zu entwickeln.

Hinsichtlich der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge unterstützt das Bundesfamilienministerium die Qualifizierung von Fachkräften, damit diese Gastfamilien, Vormünder sowie Patinnen und Paten professionell begleiten können. Es ist wichtig, dass die Gastfamilien qualifiziert auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet werden und eine enge Betreuung gewährleistet wird. Dies gilt insbesondere für Vormünder und Patinnen und Paten, die sich für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge engagieren. An zahlreichen Standorten werden Modellprojekte durchgeführt, um Konzepte zur Gewinnung und Begleitung von Gastfamilien, Vormündern und Patinnen bzw. Paten zu erproben. Die Ergebnisse sollen auf Regionalkonferenzen präsentiert werden.

Ein Wegweiser-Telefon beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben informiert Interessierte über die Möglichkeiten im Bereich Patenschaft, Gastfamilie und Vormundschaft. Das Wegweiser-Telefon ist unter der Nummer (0 800) 200 50 70 von Montag bis Freitag in der Zeit von 07:30 bis 16:00 Uhr erreichbar.

Ausführliche Informationen zum Bundesprogramm »Menschen stärken Menschen« stehen online zur Ansicht bereit.