Was Kommunen tun können 2 (2)
Lokale Anerkennungsformen
Ein »A – Z der Anerkennungskultur« bei CIVITAS listet vielfältige praktische Anregungen für konkrete Anerkennungsformen auf. Diese Anregungen verstehen sich als Beitrag für eine lokale Anerkennungskultur, die die Gesamtheit der einzelnen Instrumente und Maßnahmen sowie einer verbreiteten Haltung der Wertschätzung und Würdigung von Engagement umfasst.
In einigen Bundesländern geben Städte, Kreise und Gemeinden »Ehrenamtskarten« aus. Voraussetzung für den Erhalt einer solchen Karte ist ein regelmäßiges, mehrstündiges bürgerschaftliches Engagement. Die KarteninhaberInnen erhalten mit der Karte Vergünstigungen in öffentlichen Einrichtungen und auf Angebote aus Kultur, Sport oder Wirtschaft. Die Ehrenamtskarten werden häufig Länderebene initiiert, die die Kommunen zur Beteiligung an diesem Programm motivieren und unterstützen.

Vernetzung
Wesentlich ist,dass an diesem Prozess Akteure aus sämtlichen Handlungsfeldern des örtlichen bürgerschaftlichen Engagements aktiv beteiligt werden. Auf diese Weise kann die Schaffung und Erweiterung einer engagementfördernden Infrastruktur zugleich zu verstärkter Vernetzung und Kooperation beitragen. So wird auch verhindert, dass sie, wie mancherorts geschehen, in der öffentlichen Wahrnehmung allein der Zuständigkeit des Ressort »Soziales« zugeordnet wird.
In Nordrhein-Westfalen unterstützt das Städtenetzwerk NRW die angeschlossenen Städte und Gemeinden durch die Organisation des gegegnseitigen Erfahrungsaustausches, der Gestaltung von Zukunftswerkstätten für soziale und kulturelle Einrichtungen, der Beratung und Begleitung von Projekten sowie durch die Würdigung von innovativen Modellen im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements durch die Vrgabe des »Robert-Jungk-Preis NRW« .
Informationen und Hinweise zu Möglichkeiten der Förderung bürgerschaftlichen Engagements durch die Kommunen sind auch bei den kommunalen Spitzenverbänden, dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund, dem Deutschen Landkreistag sowie beim Verband für kommunales Management (KGSt) und beim Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V. (vhw) erhältlich.
Gelegenheitsstrukturen schaffen
»Eine gute Politik für das Bürgerengagement heißt: Strukturen stützen, in denen lokale und primäre Netzwerke wachsen können; also weder fertige Verbandsprogramme noch standardisierte Agenturen und Büros an die Stelle von gemeinsamen Zielvereinbarungen von Staat, Kommunen, Verbänden und Bürger setzen« (Hummel, Konrad: Bürger sucht Gesellschaft. Freiwilliges Engagement von Menschen und die Dialektik seiner politischen Förderung, In: Blätter der Wohlfahrtspflege, Heft 11 + 12/2000).
Förderung von Engagement heißt aber insbesondere auch, Gelegenheitsstrukturen für die Entwicklung von bürgerschaftlichemBewusstseinn und Selbstorganisation zu schaffen. Die Fragen »Tun wir genug, um bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen?« und »Wie können wir Bürgerinnen und Bürgern mehr Verantwortung übertragen?« gehören nicht bloß in den Zuständigkeitsbereich einzelner Ressorts, sondern müssen zentrale Leitfragen in allen Aufgabenbereichen öffentlicher Verwaltungen, nicht nur auf der kommunalen Ebene werden.
Weiterführende Links:
Mitmachen - Mitgestalten - Mitentscheiden
Strategien für eine lebendige Bürgerkommune.
Publikation der Stiftung MITARBEIT (Hrsg), 2008
Zukunftsfaktor bürgerschaftliches Engagement. Chance für kommunale Entwicklung - Beispiele und Perpektiven. Dokumentation eines Workshops im Dezember 2009
Für die kommunalpolitische Arbeit wird in zwei Internetportalen Informationsmaterial, Linklisten und Fachwissen für die ehrenamtliche Arbeit angeboten:
Portal der Friedrich-Ebert-Stiftung:FES Kommunales
Portal der Heinrich Böll Stiftung:Kommunalpolitische Infothek




