Beteiligung braucht Rücksichtnahme: Aktivierung von Familien
Das Sozialsystem Familie ist ein ständiger Balanceakt, um den Anforderungen aller Familienmitglieder gerecht zu werden. Der zusätzliche Balanceakt zwischen Familienpflichten und -aufgaben und außerfamilialem Engagement ist ein Grund dafür, dass Familien in Beteiligungsprozessen oder in Engagementformen, die über einen direkten Bezug auf die Interessen und das Wohl der Kinder hinausgehen, schwer einzubinden scheinen. Auch materielle Lebensbedingungen von Familien, die vor allem in benachteiligten Sozialräumen zu Belastungen führen, können den Gestaltungsoptimismus als eine Grundlage für Beteiligung und Engagement einschränken. Vor dem Hintergrund einer solchen Einschätzung erinnert Dr. Angelika Engelbert vom Informations- und Qualifizierungszentrums für Kommunen (IQZ) an die Bedeutung der Beteiligung von Familien bei der Planung und Durchführung familienpolitischer Maßnahmen wie auch an Beteililigung im Gemeinwesen allgemein. Sie zeigt in ihrem Gastbeitrag auf, dass Politik, Öffentlichkeit und Verwaltung an einem familienfreundlichen Beteiligungsklima arbeiten müssen. Dazu sind gute Planung und Organisation, der richtige Umgang mit Familien und eine ergebnis- und umsetzungsorientierte Arbeitsweise wichtig. Letztendlich braucht jeder Beteiligungsprozesse Geduld und langen Atem – und auch Rücksichtnahme auf die Voraussetzungen der gewünschten Beteiligten, wie z.B. Familien.


