Newsletter Nr. 12/2004 von www.wegweiser-buergergesellschaft.de
Inhalt
Kampagne zum Informationsfreiheitsgesetz
Auf der neuen Kampgnen-Internetseite www.pro-information.de werden nun Unterschriften gesammelt, um für die Einführung eines Informationsfreiheitsgesetzes auf Bundesebene zu werben.
Mit einem Informationsfreiheitsgesetz erhält jeder Bürger und jede Bürgerin das Recht, Akten einzusehen oder Kopien von Unterlagen öffentlicher Stellen zu bekommen, ohne dass eine persönliche Betroffenheit oder eine Antragsbegründung erforderlich ist. Genau definierte Ausnahmeklauseln sorgen dafür, dass sensible Informationen, z.B. personenbezogene Daten oder Geschäftsgeheimnisse, geschützt bleiben.
Durch ein Informationsfreiheitsgesetz würde ein Bürgerrecht verwirklicht, das aus Sicht der acht Initiatoren-Organisationen in einer modernen Demokratie unverzichtbar ist. Nur wer Zugang zu Informationen hat, kann sich sinnvoll politisch beteiligen.
Informationsfreiheitsgesetze gibt es bereits in über 50 Staaten und auch in einigen deutschen Bundesländern, nicht aber auf deutscher Bundesebene.
Die Kampagne will bis zum Herbst 2004 50.000 Unterschriften sammeln.
Initiatoren der Kampagne sind:
Transparency International – Deutsches Chapter e.V., politik-digital.de, Netzwerk Recherche e.V., Mehr Demokratie e.V., Humanistische Union e.V., Deutscher Journalisten-Verband (DJV), Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di und die Bertelsmann Stiftung.
Zur Kampagne und den links zu den Initiatoren:
Weltflüchtlingstag
Der 20. Juni gilt seit dem Jahre 2000 als internationaler Weltflüchtlingstag. Dazu finden in vielen Ländern Aktionen statt, so auch in Österreich und der Schweiz. Auch der europäische Zusammenschluss von Antirassismusinitiativen »united against racism« ruft dazu auf und führt Ende Juni 2004 in Dresden die diesjährige europäische Konferenz des Netzwerkes durch.
In Deutschland wird der Flüchtlingstag seit einigen Jahren am 1. Oktober im Rahmen der Woche der ausländischen Mitbürger/interkulturellen Woche begangen. Zu dieser Aktionswoche sind neue Materialien entstanden, die auch auf der entsprechenden Internetseite bereit gestellt werden.
www.woche-der-auslaendischen-mitbuerger.de
Dialog zur Nachhaltigkeit
Einen Dialog über Nachhaltigkeit will die Bundesregierung mit den Bürgerinnen und Bürgern führen. Der jetzt vorliegende Enwurf des ersten Fortschrittberichtes »Perspektiven für Deutschland« kann eingesehen und diskutiert werden. Neben der Möglichkeit, sich per Post oder mail an dieser Diskussion zu beteiligen, werden auch Chats mit PolitikerInnen angeboten und anschließend dokumentiert.
Schwerpunkte der Strategie für eine Nachhaltige Entwicklung sind Maßnahmen in den vier Handlungsfeldern Energie und Klimaschutz, Verkehr, Landwirtschaft sowie Globale Verantwortung, die Deutschland auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung voran bringen sollen.
Weitere Informationen:
www.bundesregierung.de/Politikthemen/Nachhaltige-Entwicklung-,11408/Dialog-Nachhaltigkeit.htm
Modelle der lokalen Bürgerbeteiligung
Während der letzten Jahre sind eine Vielzahl neuer Verfahren zur Verbesserung der Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger an kommunalpolitischen Entscheidungensprozessen erprobt worden. Gemeinsames Merkmal ist, dass die Bteiligung nicht als formaler Akt sondern als kommunikativer prozess verstanden wird. Wo liegen die Schwächen und Stärken dieser Ansätze? Wie geht es weiter mit der Bürgerbeteiligung?
Dazu führt die Stiftung MITARBEIT erneut zusammen mit der Evangelischen Akademie Loccum eine Tagung vom 10.–12.9.2004 durch.
Weitere Informationen:
Einige Beteiligungsmethoden sind im Wegweiser Bürgergesellschaft skizziert:
www.buergergesellschaft.de/politische_teilhabe/modelle_methoden/index.php
Durch Verantwortung lernen: Service Learning
»Durch Verantwortung lernen« ist eine mögliche Übersetzung des Begriffes »service learning«. Die Idee des Service Learning gehört in den USA schon länger zum Schul- und Studienalltag: Schüler und Studenten lernen durch aktive Beteiligung an sozialen, caritativen oder ökologischen Projekten für die Gemeinschaft. Ziel der Projekte ist es, schulisches Lernen über das Klassenzimmer und die Universität hinaus in die Gestaltung der Gemeinde so einzubringen, dass andere Menschen und die Gemeinschaft davon profitieren.
Wie diese Idee auf Europa übertragen werden kann, diskutierten die TeilnehmerInnen aus Europa und den USA auf der Konferenz der „European Service Learning Association“ (ESLA) in Bensberg. »Wir haben ein europäisches Netzwerk geknüpft, um auch bei uns die Idee des Service Learning voranzubringen«, sagte Gabriele Göhring, Referentin für den Verbund Freiwilligen-Zentren im Deutschen Caritasverband, heute zum Abschluss der Konferenz.
Organisiert wurde die Konferenz in Bensberg vom Deutschen Caritasverband, dem Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln und der Freudenberg-Stiftung in Weinheim, finanziell unterstützt wurde sie von der Essener Stiftung Mercator.
Die europäischen Kontakte sollen über die neu eingerichtete Plattform von ESLA zugänglich gemacht werden:
Weitere Informationen über:
Gabriele Göhring
Verbund Freiwilligenzentren Caritas
Dr. Anne Sliwka
Internetportal zu Engagement in NRW
engagiert-in-nrw nennt sich das neue Portal zu Bürgerschaftlichem Engagement. Das Internetportal soll das soziale bürgerschaftliche Engagement in Nordrhein-Westfalen in seiner Vielfalt zeigen, zur Vernetzung beitragen und Anregungen geben. Eine umfangreiche Datenbank, in der sich Einrichtungen, Netzwerke und Vereine vorstellen können, ermöglicht die gezielte Suche nach Projekten nach Themen oder Regionen. weitere Angebote sind Fortbildungs- und Veranstaltungshinweise.
Publikationen
• Läuse knacken – na und? Internationale Freiwilligendienste selbst organisiert.
Wie können Jugendliche einen Aufenthalt als Freiwillige oder Zivildienstleistender im Ausland selbst vorbereiten und umsetzen?
Das Buch will bei dieser Planung helfen: Es bietet Details zu Vorgehensweisen, Zeitplanung, Finanzierung, etc. sowie auch Erfahrungsberichte, Entwürfe und Vorlagen zu Vereinbarungen und wichtige Adressen.
Baldas, Eugen u.a.: Läuse knacken – na und?
Internationale Freiwilligendienste selbst organisiert.
2004, 160 S., 15,90 Euro
ISBN 3-86040-124-6
• ToP-Fit für Beteiligung – Moderationshandbuch für Jugendliche
Das Handbuch zu der Moderationsmethode Top® hilft Jugendlichen dabei, die Rolle des Moderators in Projekten zu übernehmen, die sie selber vorantreiben wollen. ToP® wurde in den USA speziell für Jugendliche entwickelt und wird mittlerweile in mehr als 40 verschiedenen Ländern angewendet. Die Bertelsmann Stiftung hat dieses Verfahren in dem Projekt »Erziehung zu Gemeinsinn und Gemeinschaftsfähigkeit« adaptiert.
ToP-Fit für Beteiligung – Ein Moderationshandbuch für Jugendliche
Verlag Bertelsmann Stiftung
ISBN 3-89204-717-0, 280 S., 30 Euro
Informationen zu der Methode:
www.projekt-gemeinsinn.net/php-nuke/html/top_001.php
Veranstaltungshinweise
Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden.
www.buergergesellschaft.de/veranstaltungen
Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal – mitten in der EM ;-) – auf:
• 26. Juni 2004 in Frankfurt: Gender Mainstreaming im Sport
Eine Fachtagung des Deutschen Sportbundes
vera.evlka.de/user/mitarbeit/meinesuche_detail.php3
• 2. Juli 2004 in Hachen: Gesund bleiben mit Bewegung
Eine Fachtagung des Landessportbundes NRW
vera.evlka.de/user/mitarbeit/meinesuche_detail.php3




