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Der Freiwilligensurvey der Bundesregierung (1/2) 1 (2)

Die quantitativ umfassendsten Untersuchungen der letzten Jahre zum bürgerschaftlichen Engagement wurde im Auftrag der Bundesregierung 1999 und 2004 vom Projektverbund Ehrenamt, u.a. Infratest/Burke durchgeführt. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden jeweils knapp 15.000 Männer und Frauen ab 14 Jahren in Deutschland telefonisch zu ihrem Freiwilligenengagement befragt. Dabei wurde unterschiedenen zwischen der aktive Mitwirkung in Vereinen, Initiativen, Projekten, Selbsthilfegruppen und Einrichtungen »Gemeinschaftsaktivität« und zum anderen die freiwillige Übernahme von Aufgaben oder Arbeiten als »freiwilliges Engagement« . Einbezogen wurden auch solche Tätigkeiten, die im eigenen Selbstverständnis der Betroffenen nicht unbedingt als Ehrenamt angesehen werden, sondern vielmehr als freiwilliges Engagement für das Gemeinwohl.

Insgesamt geben 36 % (1999: 34 %) der Befragten an, sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich in Verbänden, Initiativen oder Projekten zu engagieren. Ein weiteres Drittel ist aktiv in einem Verein oder in einer Gruppe tätig, ohne jedoch ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen.

In der Studie wird das Engagement in 14 unterschiedliche Bereiche differenziert. An der Spitze liegt »Sport und Bewegung« , in dem 11 % der Befragten ehrenamtliche Aufgaben wahrnimmt, gefolgt von »Schule/Kindergarten« 7% (1999: 6 %), dem kirchlich/religiösen Bereich 7% (1999: 5 %), »Kultur und Musik« 5,5 % (1999: 5 %) sowie »Freizeit und Geselligkeit« 5% (1999 5,5 %). In den Bereichen des sozialen und politischen Ehrenamtes sind 5,5 % (1999: 4 %) bzw. 2,5 % (1999: 2,5%) der Befragten freiwillig tätig. Weitere Tätigkeitsfelder sind die berufliche Interessenvertretung, Feuerwehr/Rettungsdienste, der Tierschutz sowie der Gesundheits- und Justizbereich.

Als Durchschnittswert 1999 für die von den ehrenamtlich Aktiven aufgebrachte Zeit errechnete die Studie 5 Stunden wöchentlich. Jeder Dritte der befragten ehrenamtlich Engagierten wandte mehr als 5 Stunden wöchentlich auf. Dieser Wert entspricht 11 % aller Befragten. Zu den besonders zeitintensiven Engagementbereichen gehören der Untersuchung zufolge der Gesundheits- und der soziale Bereich, die Rettungsdienste/Feuerwehren sowie der Naturschutz/Tierschutz.

Die Untersuchung bestätigt auch die bereits erwähnten geschlechtsspezifischen und regionalen Unterschiede.

So kommt die Studie bei der Engagementquote für die alten Bundesländer auf einen Wert von 37 % (1999: 35 %) und für die neuen Bundesländer auf einen Wert von 31 % (1999: 28 %). Dies zeigt eine steigende Tendenz des Engagements in den neuen Bundesländern.

Das Engagement der Frauen ist tendenziell eher familienbezogen und sozial bestimmt. Männer engagieren sich demgegenüber stärker in Bereichen mit Berufsrelevanz und Prestige. Im sozialen Bereich, Gesundheitsbereich, kirchlich-religiösen Bereich und in Schule/Kindergarten sind beispielsweise jeweils rund 2/3 der ermittelten ehrenamtlich Tätigen weiblichen Geschlechts. Typische Männerbereiche sind dagegen die freiwillige Feuerwehr/Rettungsdienste, Politik und Justiz-/Kriminalitätsprobleme.

Auffallend ist in diesem Zusammenhang eine Steigerung des Engagements bei erwerbstätigen Frauen auf 37 % (1999: 32 %).

Bemerkenswert ist auch, wie sich die sog. Familienphase unterschiedlich auf die Geschlechter auswirkt. So zeigt die Untersuchung z.B., daß Frauen ihre freiwillige Tätigkeit stark einschränken, wenn die jüngsten Kinder unter drei Jahren alt sind. Die Beteiligung von Männern dagegen fällt in dieser Lebensphase des Kindes überproportional aus.

Junge Menschen in der Altersgruppe zwischen 14 und 24 Jahren sind der Studie zufolge mit 36 % (1999: 37 %) überdurchschnittlich aktiv beim freiwilligen Engagement vertreten. Keine Unterschiede stellen sie bei der Art ihres Engagements gegenüber anderen Altersgruppen fest.

 

D er Anteil der älteren Menschen zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr etwas und der über 70-Jährigen ist im Gesamtbild stärker unterdurchschnittlich, allerdings gibt es dort deutliche Steigerungen ziwschen den beiden Untersuchungen. Die Engagementquote liegt bei den über 60jährigen bei 30 % (1999: 26 %), in der Gruppe der jüngeren Senioren liegt sie sogar bei 37 % (1999: 31 %).

Die Befragung zeigt auch, daß gerade für die engagierten älteren Menschen das Engagement auch einen ganz wichtigen Beitrag zum persönlichen Wohlempfinden und Sich-Anerkannt-Fühlen in der Gesellschaft beiträgt.

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