Newsletter Nr. 22/2004 von www.wegweiser-buergergesellschaft.de
Inhalt
Direkte Demokratie
Die Einführung bundesweiter Volksentscheide wird von 89 Prozent der Bundesbürger befürwortet - so das Ergebnis einer aktuellen Emnid-Umfrage. Die Bürgeraktion Mehr Demokratie sieht in der neuen Studie einen »Verhandlungsauftrag für alle Parteien«. Erst Ende Oktober einigten sich die die Regierungsparteien auf einen entsprechenden Gesetzesentwurf, der Ende November in den Bundestag eingebracht wird.
Pressemitteilung:
mehr-demokratie.de/bu/nn/_presse/2004_11_01.htm
Erneut in der Diskussion ist ein Referendum zur kürzlich unterzeichneten EU-Verfassung. Berlin wird im Bundesrat voraussichtlich eine Initiative für mehr direkte Demokratie starten. Einer Beschlussempfehlung aus dem Europaausschuss folgend hat das Abgeordnetenhaus den Senat aufgefordert, sich in der Länderkammer für bundesweite Volksabstimmungen und ein Referendum zur Europäischen Verfassung einzusetzen.
www.ngo-online.de/ganze_nachricht.php4
Aktuelle Aktionswochen
Unter dem Motto »Man wird doch wohl noch sagen dürfen…« startete die Amadeu Antonio Stiftung am 21.10.2004 zusammen mit zahlreichen Projekten aus Berlin und den neuen Bundesländern überregionale Aktionswochen gegen Antisemitismus.
Eine Veranstaltungsübersicht findet sich unter »news" im Internetportal:
www.projekte-gegen-antisemitismus.de
»Recht ströme wie Wasser« ist das Motto der 25. Ökumenischen Friedensdekade vom 7.– 17.11.2004. Inhaltlicher Schwerpunkt ist der Einsatz für Völkerrecht und Menschenrechte. Hintergrundinfos, Material und einen Veranstaltungskalender auf der Internetseite zusammengestellt:
Netzwerk Steuergerechtigkeit
Attac Deutschland hat gemeinsam mit Partnern in anderen Ländern das internationale Tax-Justice-Network initiiert. Nun soll es auch in Deutschland starten. Möglichst viele Organisationen und Einzelpersonen sollen international die gemeinsame Erklärung unterschreiben, um global Druck zu machen.
In zwei großen Veranstaltungen von attac mit dem DGB und dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt wurde nun das Netzwerk Steuergerechtigkeit in Deutschland vorgestellt.
www.attac.de/steuerflucht/steuer.php
www.taxjustice.net/g/about/index.php
Monetarisierung der Freiwilligenarbeit
Die Freiwilligenuniversität 2005 findet in Luzern zu dem Thema »Monetarisierung der Freiwilligenarbeit« statt. Hintergrund zu diesem Thema ist die Beobachtung, dass in vielen Ländern gesellschaftliche Bereiche, die bisher tradionellerweise duch unbezahlte Arbeit abgedeckt wurden, zunehmend in den Bereich der bezahlten Arbeit übergehen. Immer grössere Anteile unserer Lebenszusammenhänge werden vom Markt erschlossen und damit Gegenstand von Erwerbsarbeit.
Wie ist es um den Stellenwert und die Anerkennung von Freiwilligenarbeit in ihren verschiedenen Einsatzfeldern bestellt? Welche tragfähigen Modelle und Konzepte gibt es? Zu diesen Fragestellungen können Wissenschaftler und Interessierte bis 7.12.2004 Diskussionspapiere einreichen.
Weitere Infos zu diesem »call for papers« über
Dr. Herbert Ammann
Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft
E-Mail:herbertammann@sgg-ssup.ch
Zur Freiwilligenuniversität:
Eine Studie zur »Kosten-Nutzen-Analyse des Ehrenamtes am Beispiel der FreiwilligenAgentur Regensburg« haben Studenten der »Honors«-Elitestudiengänge an der Universität Regensburg erarbeitet. Die Studie geht der Frage nach, was das Ehrenamt dem Gemeinwohl bringt - und hat wohl spektakuläre Zahlen ermittelt. In einem Pressegespräch am 9. November 2004 wird die Studie in Regensburg vorgestellt. Die Ergebnisse und die Studie selbst sind anschließend online zugänglich über die Internetseiten des PR-Netzes und der FreiwilligenAgentur Regensburg:
www.freiwilligenagentur-regensburg.de (unter »aktuell«)
Ehrenamt in den Bundesländern
In Mecklenburg Vorpommern hat der Landesjugendring die Umsetzung der Ehrenamtskampagne »99+x« gestartet. Im Mittelpunkt aller Bausteine steht das Ehrenamt in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Ehrenamtlichen sollen eine zusätzliche Wertschätzung für ihre Tätigkeit erhalten und die Rahmenbedingungen für ihre Arbeit verbessert werden. Der Name der Kampagne »99+x« findet sich in jedem einzelnen Baustein wieder. Die Zahlenangabe benennt die Mindestanforderung an die Ergebnisse der Bausteine. Mit der Ergänzung +x bleibt das tatsächliche Ergebnis nach oben hin offen.
In Nordrhein Westfalen betreiben die Caritasverbände seit Ende Oktober einen eigenständigen Internetauftritt. Erstmals integriert ist eine landesweite Online-Vermittlung für Ehrenamtliche. Mehr als 540 soziale Projekte, Initiativen und Einrichtungen bieten Tätigkeiten für Freiwillige an.
Stiftungsnetzwerke
Über 20 Berliner Stiftungen haben das Berliner Stiftungsnetzwerk gegründet. Der Zusammenschluß will die Arbeit der Berliner Stiftungen stärker bekannt machen und ein Forum für den gegenseitigen Austausch sein. Das Netzwerk wird den 2. Berliner Stiftungstag 2005 veranstalten und wirbt für den Stiftungsgedanken in der Hauptstadt. Unterstützt wird das Netzwerk von der Senatskanzlei Berlin und dem Bundesverband Deutscher Stiftungen.
Stiftungsnetzwerke gibt es inzwischen in neun deutschen Städten, darunter Frankfurt a. M, Stuttgart und Hamburg.
www.stiftungsnetzwerk-berlin.de
www.stiftungen.org/stiftungstage/kontakt_initiativ.html
Publikationen
• Die Stunde des Bürgers
Stiftungsförderung im Einigungsprozeß
In den neuen Bundesländern wurden nach der Wende zahlreiche neue private Stiftungen gegründet. Die Robert Bosch Stiftung hat in diesem Prozess viele Initiativen gefördert und beraten. In dem vorliegenden Buch beantwortet der Autor, der lange als Referatsleiter der Robert Bosch Stiftung in diesem Sektor tätig war, Fragen nach der Rolle der Stiftungen im Einigungsprozess. Neben einer anschaulichen Dokumentation des Förderprogrammes der Robert Bosch Stiftung enthält das Buch auch Länderprofile aktiver Bürgerschaft.
Walter, Christoph:
Die Stunde des Bürgers. Stiftungsförderung im Einigungsprozeß.
Hrsg. Robert Bosch Stiftung. 2004, 208 S.
ISBN 3-922-934-91-9
Erhältlich über:
Robert Bosch Stiftung
Postfach 10 06 28
D-70005 Stuttgart
Telefon: (0711) 60 84-0
Telefax: (0711) 60 84-10 94
E-Mail: info@bosch-stiftung.de
• Bürgerstiftungen in Deutschland – Vorbilder für Köln
In dem Bericht des ISO-Instituts gehen die Autoren der Frage nach, wie die in Deutschland relativ neue Institution »Bürgerstiftung« auch in Köln etablierbar und für eine stärkere Bündelung des bürgerschaftlichen Engagements vor Ort nutzbar zu machen ist. Herausgekommen ist dabei ein Praxisleitfaden mit konkreten Handlungsempfehlungen. Die Publikation bündelt die Ergebnisse von umfangreichen Recherchen im Themen- und Praxisfeld Bürgerstiftungen.
Rüttgers, Martin / Schwarz, Michael:
Bürgerstiftungen in Deutschland – Vorbilder für Köln? Eine empirische Studie zur Gründungsstrategie einer Kölner Bürgerstiftung
Köln 2004,(Berichte des ISO 71), 124 S., 3,90 Euro
ISBN: 3-934404-25-1
Bezugsadresse:
ISO Institut zur Erforschung sozialer Chancen
Neusser Str.219
D-50733 Köln;
Telefon: (02 21)8 88 11 20-5
Telefax: (02 21)8 88 11 20-9
E-Mail: publikationen@iso-koeln.de
• Gesteuerte Demokratie
Das Buch dokumentiert wesentliche Beiträge des Kongresses »Gesteuerte Demokratie?« (Frankfurt a.M., 25. bis 27. Juni 2004). Die AutorInnen beleuchten verschiedenen Akteure unter der Fragestellung »Wie neoliberale Eliten Politik und Öffentlichkeit beeinflussen«.
Müller, Ulrich / Giegold, Sven / Arhelger,Malte (Hrsg.):
Gesteuerte Demokratie? Wie neoliberale Eliten Politik und Öffentlichkeit beeinflussen.
Hamburg, 2004, 184 S., 12,80 Euro
ISBN 3-89965-100-6
Online-Bestellung und ergänzende Informationen:
Veranstaltungshinweise
Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden.
www.buergergesellschaft.de/veranstaltungen
Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:
• 25.11.2004 in Ulm: generationsübergreifendes Ganztagslernen
Ein Fachttag des Projektebüros »Dialog der Generationen«
vera.evlka.de/user/mitarbeit/meinesuche_detail.php3
• 3.– 4.12.2004 in Dresden: Demokratisches Sachsen
Eine Fachkonferenz zu sächsischen Programmen und Projekten zur Demokratieförderung
vera.evlka.de/user/mitarbeit/meinesuche_detail.php3




